
Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: Wo kämen wir hin – und niemand ginge, um einmal nachzuschauen, wohin man käme, wenn man ginge…
+++Roma Jungs gehen in Neukölln auf den Strich+++DAX stürzt ins bodenlose+++London brennt+++Revolution in Spanien+++Homosexualität kann behandelt werden+++Amy Winehouse ist tot+++Facebook wird vernichtet+++Athener lassen das Hakenkreuz wieder aufleben+++China verbietet Filme über die Landesvergangenheit+++Dieser Sommer ist zum Kotzen+++
Dahin sind wir also gekommen, sagen mir meine abonnierten Facebook- RSS’s. Schlechte Nachrichten, die haben wir normalerweise 9 Monate im Jahr, von September bis Mai und dazwischen liegt das Sommerloch. Monate, in denen man nicht auf dem neuesten Stand sein muss, um auf dem neusten Stand zu sein. In denen auf Titelseiten verkündet wird, dass die Tomate ursprünglich aus Peru, und nicht wie vorher angenommen, aus keine Ahnung woher stammt, dass es jetzt Leckerlies gibt, die Hund und Mensch gleichermaßen bekommen. Oder dass eine Sportlerin sich einen Penis hat anbauen lassen. Aber dieses Jahr hatten wir nicht frei. Wir mussten uns mit Aktienkursen und Arbeitslosigkeit auseinandersetzen, anstatt über Alltagsallerlei herzuziehen.
Es fehlten nicht nur Geschichten, die beim Grillabend lustig mit Freunden auseinandergenommen werden konnten, ohne in einer aggressiven Politik-Diskussion über das Nazi-Regime zu enden, es fehlten auch die Grillabende. Es fehlte das erfrischende Freiheitsgefühl beim Klippenspringen. Es fehlte das beruhigend warme Erfolgsgefühl nach einem Tag im Park, ohne was getan zu haben. Es fehlte: Die Sonne. Vielleicht hatten die Journalisten zu viel zu tun, als dass sie ihr Abendbrot aufessen konnten… oder ich habe die Sonne einfach verpasst, während ich der Computerstimme von Anonymus lauschte und überlegte, wie die Welt wohl nach dem 5. November aussieht. Vielleicht wäre es der Monat mit der größten Selbstmordrate, seit es Statistiken gibt, vielleicht würde ich nie wieder mit 97,3 % meiner gesammelten Freunde reden, vielleicht könnte ich dann aber das Sommerleben nachholen – ohne die gemeinen RSS-Feeds, die mir vor Augen halten, was ich alles nicht weiß, wenn ich einfach ausschalte und abschalte. Ich könnte originale Tomaten aus Peru probieren, mich mit Hunde-Leckerlies vollstopfen und das neue Körperteil von Balian Buschbaum begutachten.
Aber im November bin ich bereit für Input. Der abonnierte Spam voll Weltleiden würde mir in dieser deprimierenden Jahreszeit fehlen. Nach unfriedlichen Diskussionen über die Entstehung des Börsencrashs und die Wahrscheinlichkeit, dass Facebook bald Geschichte ist, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Anonymus-Gemeinde sich nicht nur ein dummes Datum für ihre Aktion überlegte, sondern auch, dass all meine Kopf-Szenarien umsonst waren. Ohne Pros und Kontras aufzuführen: Anonymus wird’s nicht bringen. Denn wo kämen wir hin, wenn jemand gegangen wäre, und keine Plattform hätte, um den anderen zu sagen, wo man hinkommen würde, wenn man ginge…
Und jetzt, da alles geklärt ist, wird mir bewusst: Die Journalisten essen gar nicht mehr.
Nina Schönn

Ich glaube nicht an Vitamintabletten! Jedenfalls glaube ich nicht, dass ich mir alle Vitamine und Mineralstoffe aus kleinen, meist orangefarbenen Pillen holen sollte. Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass meine Ernährung nicht immer vorschriftsmäßig ist. Fakt ist, dass die Inhaltsstoffe nun aber in den Körper gelangen. Ascorbinsäure ist und bleibt Ascorbinsäure. Vitamin C als chemisch hergestellter Stoff. So richtig schlecht kann das doch nicht sein.
Ein weiterer Blick auf die Inhaltsstoffe der Pillen zeigt mir als neunte Position Gelatine an. Einfach nur so: Gelatine. Die wird nicht chemisch hergestellt, sondern benötigt stets einen natürlichen Grundstoff. Da hoffe ich als kosherstyle Jude natürlich auf pflanzliche Gelatine. Ich bin Freidenker und eben kein Traditionalist, der in allen Eventualitäten den Glaubensbruch wahrnimmt. Und weil die armen Juden seit 2000 Jahren gelitten haben – auf diesem Weg einen herzlichen Gruß an alle, die nicht ankommen wollen – gibt es, einen Blick weiter, die Kundenberatungshotline.
Eine freundliche Beraterin gibt mir auch bereitwillig Auskunft. Tipp-tipp-tipp-enter. Die Gelatine ist tierischen Ursprungs. Sowohl vom Rind, als auch vom Schwein. Echt Speck! Sie konnte mir nicht sagen, ob die Sollbruchstelle der Tablette im direkten Zusammenhang mit den zwei Inhaltsstoffen steht und so ist meine langjährige Idee eines gesunden Lebens heute Vormittag gestorben. Zwar gibt es unter Juden den Streit, ob Gelatine überhaupt als Grundstoff, hier Schweinewhatever, zu behandeln sei, denn Asche zu Asche, Staub zu Staub. Nachdem Leben verstorben und zu Erde geworden ist, muss es als etwas Neues zu sehen sein. Der jüdische Kreislauf eben. Mir egal, solange man das dem Schwein zuordnet ist das für mich Schwein. Ich mache mir ja auch keine Gedanken, ob die Blumenerde aus Brandenburg meine… Nee, das geht zu weit.
Jedenfalls werde ich wohl auf Smarties umsteigen müssen. Letztendlich glaube ich sehr stark an die Macht der Psychosomatik, zumal ich ja nie so richtig von der Wirkung der Vitamintabletten überzeugt war. Ich fand es nur nie umständlich eine Tablette am Morgen zu schlucken. Jetzt wird das Orange eben von acht Farben abgelöst. Immerhin soll Prozac auch nicht wirklich etwas bringen, wenn man den neuesten Studien Glauben schenken mag. Andererseits verwundert mich das, bemerke ich doch bei allen Psychokids in meinem Umkreis – damit meine ich Leute, die sich eher Depressionstabletten vom Doktor nebenan verschreiben lassen, als ihren Neurosen auf den Grund zu gehen – mehr oder minder eine soziale Stö- rung. Echt. Vielleicht ist das mal eine Studie wert.
Miron Tenenberg
Posted: Juli 15th, 2011
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Hochjauchzend doch unverbraucht sind die Stränge im Herzen einer verrückten Welt. Eine Welt voll von Heartspeed im letzten Dunklen doch wer weis das schon während eine Flocke aus den Wolken viel. Spinnt der jetzt, was soll das ganze frische und unvollkommene schöne der beiden im Frühling kurz nach dem Sommer. Es ist doch einfach und unverständlich wie das Fahrrad der großen Unbekannten zwischen Leuchtturm und Spreewaldplatz mitten am ersten Mai finden konnte, was vorher niemand auch nur versucht hatte. Mit samt der Pack und Meute im Strom der Zeit unverweigerlich in Richtung Hochspannung mit zu viel Sis hier und Phos da. Im Keller der Vernunft zwischen Badenden durch Bäche stelzen die Storche entlang der zwielichtigen Kante. So was soll erst mal Jemand nachmachen und wenn die Welt sich erinnert so ist es doch etwas unwahrscheinlich großes was dort zur Sprache kam – inmitten von Mexico. Sagt mir wer wie spät es ist. Ist es denn tatsächlich so weit und grandios in einem, dass der Herr von nebenan mit dem Golf seiner Großcousine entkam. Ohne Sinn und Verstand ein letztes Wort bevor die letzten Sonnenstrahlen verschwinden und Vinzent in Depressionen verfällt.
Ich liebe das Leben, weiter so!
Emin Mahrt
Posted: Juni 4th, 2011
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Bekanntermaßen haben Mädchen gemeinhin Blähungen von zu viel unverdauter Rohkost und Döner ist zum fest eingeplanten Teil der Ernährung unserer Männer geworden. Würde Freud heut zu Tage leben, hätte er dem Namengebungstrend nach vielleicht auch Sigmund geheißen- aber statt dem Ödipuskomplex (Kind will Vater töten, weil verliebt in eigene Mutter) den Medeakomplex erforscht (Mutter tötet aus Rache ihre eigenen Kinder). Denn was gibt es perverses als von der eigenen Mutter eine Freundschaftsanfrage bei facebook zu bekommen? Und nicht in das triebhafte Es, das Ich, das Über-Ich eingeteilt, sondern in Parallelwelt-Club-Es, das arbeitende Ich und das Über-Facebook-Ich. Descartes’ Spruch würde lauten: Ich arbeite, also bin ich (laboro ergo sum) und nicht: Ich denke, also bin ich (cogito ergo sum).
Es wird kalt draußen. Die Pärchen bleiben endlich zu Hause, werden dick und nur noch wir sind in Clubs. Kann jemand bitte die 19-jährigen Mädchen von dort wegnehmen? Ihnen sagen, dass sie da nichts zu tun haben und nichts finden werden, weil sie ihren nächsten Freund mit Sicherheit eines unerwarteten Herbsttages bei Freunden auf dem Sofa kennen lernen werden und niemals beim Ausgehen? Sie Deejays als potentielle Beziehungszielgruppe gleich sofort mit dem Satz: meinLebenistzukomplexfürdeineAufmerksamkeitsspanne abfertigen müssen? Weil absolut keine Bildungsbürgerin in der Lage ist mit diesem Genre eine Beziehung zu führen, das nachts arbeitet, am Wochenende in kleine Kaffs reist und zum Drogenkonsum gezwungen ist, gewisser Maßen.
Außer du bist „Model“(kursiv geschrieben), aber Models (kursiv geschrieben) sind bekanntlich Essgestörte Arbeitslose, die bekokst rumlaufen. Dass die Männer, die in den 90ern Versicherungsverkäufer wurden, heute im Marketing arbeiten, die damals verhassten BWL-Studenten nun alle Design studieren, aber Djs definitiv nicht das sind, was Schauspieler/Boygroups damals für uns Mädchen be- deuteten. Das es ihre Arbeit ist Platten aufzulegen. Sie also so etwas wie die Rückwärtsentwicklung von Maschine zu Mensch sind die personifizierte DeIndustrialisierung des CD-Players.
Wann haben eigentlich alle den Respekt vor Drogen verloren? Gibt es Statistiken darüber, wie viel Steuern durch uns Junkies verloren gehen, weil Drogen unversteuert sind, alle nur auf illegale Raves gehen, nichts essen und nur Wasser trinken? Wandel durch Annäherung bedeutet nicht, dass Jungs plötzlich die nervenden Seiten der Mädchen adaptieren und alle Männer ab 32 über Bauchansätze nachdenken!
Lieber Gott: Ja, ich habe betrunken Klofrauen 50 Cent-Stücke geklaut, aber kannst du mir ‘ne Schilddrüsenüberfunktion schenken? Machen, dass Easyjet der naturalistischen und meiner Berliner Umwelt zu Liebe die Flüge von Spanien, Frankreich und Italien drastisch erhöht, damit die nicht mehr hier her kommen und sich mit GHB voll dröhnen und meine Mädchen im Club anrempeln? Dass es Garderobenbändchen, statt den blöden kleinen Papierteilchen gibt, Nebelschwaden definitiv ganz weggelassen werden und Ohropax mit der Eintrittskarte dazu gegeben werden? Dass Grafik-Design und Mode-Design wieder ein Ausbildungsberuf wird? Er sagte ja, und „Du sollst mich nicht nerven“ wurde das 11. Gebot.
Text Sophie Senoner
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Posted: Januar 9th, 2011
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Neukölln heißt auf die Fresse, Alter! Ich bin JobCenter, Alter, und die Schlampe macht mich voll an. Scheiße, Alter, mit Eingliederungsscheiße und so. Mach ich voll Stress, kommt so ein Wichser, Alter, und will mich rauswerfen und ich gehe so voll zu ihm und will dem eine Bombe geben und auf einmal kommen Bullen rein und machen mich voll an, Alter. Keine Ahnung was die wollen und ich mache voll Stress, Alter. Später kaufe ich dann noch so Zeug, Alter, im Supermarkt auf Karl-Marx-Straße und meine Gutscheine reichen nicht aus und der Arsch macht mich voll an, Alter, aber ist mir egal, Alter, und ich mache da voll Stress. Auf einmal kommen schon wieder Bullen und ich drehe einfach durch, Alter. Dem Ersten gebe ich voll die Schelle, kommt so ein Zweiter an und schreit mich voll an, Alter. Gibt es gleich noch eine rauf, aber es kommen immer mehr. Die so voll auf mich rauf, Alter, und da kommt dann ein anderer Atze und so einem voll eine rein. Gibt es voll die Schlägerei, Alter. Keine Ahnung, Alter, das waren voll Bullen und die machen voll Handschellen an mich ran, Alter, und schlagen mich krass ins Gesicht. Scheiße, Mann. Draußen geht es dann voll weiter, weil die Bullen voll Stress machen. Ich schwöre, Alter, so lassen wir uns nicht von den Wichsern behandeln. Gibt es voll Terror, alle schlagen sich jetzt vor dem Supermarkt. Die Bullen mit Schlagstöcken, Alter, aber mich packen die voll auf so eine Trage, Alter, und ich kann mich nicht mehr bewegen, Alter und die bringen mich Krankenhaus, weil die mich so geschlagen haben, Alter. Ist aber nichts passiert, Alter. Keine Ahnung, Alter, was jetzt passiert, Gericht oder so.
Text Miron Tenenberg
Ein fiktiver Bericht zu polizeilich veröffentlichten Fakten. Protagonisten in der 1. Szene: Ein Atze, vier Streifenwagen. Protagonisten in der 2. Szene: Ein Atze, 30 Polizisten, eine gewalttätige Menschenmenge von etwa 50 Leuten. Schauplätze: Neukölln, Alter.
Posted: Oktober 12th, 2010
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Berlin, Januar 2011. Lisa (Name geändert) lebt schon ihr ganzes Leben in Kreuzberg und ist immer im Trend – sehr cool. Ein total weltoffenes Mädchen und so. Nur die Touri-Spanier kann sie nicht leiden. Wie denn auch? Was denken die sich eigentlich? Kommen einfach in unser cooles Berlin und feiern in unseren Discos? Das geht gar nicht klar! Spanier! Keta Touris! Geht zurück in eure Heimat! Berlin für die Coolen. Aber Vorsicht. So bald ein leicht rassistischer Witz gemacht wird, unterbricht sie, mahnt, so was sei gar nicht cool. Als 36‘ger Girl ist man auch ein weltoffener cooler Hippie und Rassismus ist ja bekannter Weise voll für’n Arsch. So ein cooles, weltoffenes Mädchen wie Lisa hat natürlich über 600 noch viel coolere Freunde auf Facebook. Vielen von ihren Facebook Buddys ist sie im realen Leben noch nie begegnet, macht aber nichts, 600 Facebook Freunde sind cool fürs Image. Von wegen Beliebtheit und so. Natürlich besitzt sie ein Macbook (viel einfacher als Windows –- und cooler).
Leider bedeutet das noch lange nicht, dass sie es hinbekommt ihren Freunden die „richtigen“ Fotos auf Facebook zu zeigen. Nach dem Sie eines Abends ein paar schöne, coole Profilbilder gemacht hatte, diese mit den sehr kreativen, selten gesehenen (coolen) Effekten von Apple unterlegte und diese hochladen wollte, geschah das Schreckliche. Was sie eine halbe Stunde später bemerkt: die Fotos, die sie so eben hochgeladen hatte, stammen von intimeren Fotosession. Scheiß iPhoto. Nacktbilder. Total uncool. Nacktbilder, die sie für eine halbe Stunde all ihren 673 coolen Facebook Freunden zur Verfügung stellte. Plus Mama. Das war natürlich sehr uncool. Auch durch ein richtig cooles Trendhippie Image nur sehr schwer gut zu reden. Folgedessen löscht Lisa alle Facebook Freunde (und die Nacktbilder), die sie nicht wirklich kennt. Es ist eh viel cooler nur 90 Freunde auf Facebook zu haben.
Und die Moral von der Geschicht? Aufgesetzte Coolness bringt auch auf Facebook nichts.
PS: Da Kreuzberg seit einiger Zeit zu Mainstream geworden ist (siehe Artikel „The reebirth of Kreuzberg’s cool“ in dieser Ausgabe) wohnt Lisa nun schon seit einem Jahr in Neukölln. Neukölln ist das neue Kreuzberg!
Cim Topal

Es gibt sie noch, die ehrlichen Leute. Danke an alle, die alten Menschen beim Treppensteigen helfen, umsichtig an Kindern vorbeiradeln und Gefundenes zurück geben. In meinem Fall lasse ich meine Bankkarte einfach im BVG-Automaten stecken. Da ich aber keine Zeit habe wieder zurück zu fahren, sperre ich sie noch auf dem Weg nach Hause. Nie wieder möchte ich viel zu spät mit einem Termin im Nacken und dem Telefon zwischen Kopf und Schulter ein Vier-Fahrten-Ticket am Automaten kaufen. Sowas muss schief gehen! Kaum angekommen bestelle ich mir jedenfalls gleich eine neue Girokarte, weil das im Netz ja so praktisch ist. Fünf Minuten später klingelt mein Telefon – meine Bank. Ein ehrlicher Finder fand meine Karte, wollte sie zurück geben, aber der Berater lehnte dankend ab. Es wäre unkomplizierter, mir einfach eine neue zu schicken. Das will er mir nur schnell sagen. Wartezeit zehn Tage. Danke! Danke für die scheiß Ehrlichkeit.
Karma-Nachwort: Tu Gutes und Dir passiert Gutes! Wochen vor meinem Fauxpas am BVG-Automaten fand ich selber eine Sparkassen-Card. Eine neue Karte auf dem Boden einer zentralen Kreuzberger Bushaltestelle. Ehrlich wie ich bin, rief ich bei der Bank an und wollte sie zurückgeben, denn über die sozialen Netzwerke fand ich den aufgedruckten Namen nicht – Jonay Trenous. Ein Name, den ich irgendwoher kenne. Beim Rückruf seines Geldinstitutes wurde mir Unglauben entgegengebracht. Bitte was soll ich gefunden haben? Nochmals die Kontonummer abgleichen, nochmals die Kartenummer abgleichen, überhaupt alles abgleichen! Die Karte, so die verwunderte Stimme, kam nämlich nie bei Herrn Trenous an. Sie verschwand auf dem Postweg. Gibt es das also doch, dass Bankkarten vom Postboten gestohlen werden. Aber wie blöd muss man sein, eine gestohlene Karte auch noch zu verlieren? An einer Bushaltestelle! Jonay scheint untergegangen, seine Karte ebenso und das Einzige, was an dieser wunderlichen Geschichte bleibt, ist meine Überzeugung, dass ich Jonay Trenous irgendwoher kenne. Man trifft sich immer zweimal, Jonay Trenous. Bist Du bereit?
Text Miron Tenenberg