proud magazine - Party, Reportagen, Stories und Lebensgefühl in Berlin
proud magazine cover #27

News for the ‘Sounds’ Category

Zurück zu Bier

Mission: Konzert & Poster – Postbahnhof. 21:00 Uhr. Mieses Nebel-Nieselregen Wetter. Mit Freundin und Freund im Gepäck, brav in der meterlangen Schlange vorm Eingang anstellen. Ausverkauft. Kaum drin, gleich mal checken, wo man ein Tourposter kaufen kann. Oh, guck, da läuft Max Herre! – Shit, nur T-Shirts im Angebot. Für meine Freundin und mich jeweils ein Albumcover Shirt purchased und rein ins Getümmel im Partnerlook. Biggie Songs laufen, der Raum ist voll, Biere werden gezischt und nun das ungeduldige Warten auf den Baus of da Nauf aka Wickeda MC.
BÄÄM! Die Tsunami-Band stimmt die ersten Takte an, Samy kommt raus mit “Kiss” Cappy, Jesus Frisur, schwarzem “S” Shirt und einem weißen Hemd drüber. Was folgt, ist ein 140-minütiger Staccato-Toast-Sing-Rap-Dauerbeschuss. Kurzer Auftritt von Max (welch Überraschung) bei “Zurück zu wir”. Die Band spielt z.T. neue Versionen der Tracks und lässt im Zusammenspiel mit Samys MC Performance die Halle erbeben. In der Mitte des Konzerts laufe ich zum Eingang und schnappe mir das einzige Poster in diesem Laden. Samy spielt fast alles, außer leider “Weg vom Set” und “Bis die Sonne rauskommt”. Egal, trotzdem alles kool: kooles Konzert, kooler Typ, kooles Shirt & kooles Plakat. Mission erfüllt!

John Sean-Jean

Posted: Dezember 6th, 2011
Categories: Sounds
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Listen to… DJ Hell- Teufelswerk-House Remixes

Artist: Various Artists
Title: DJ Hell- Teufelswerk-House Remixes
Label: International Deejay Gigolos

Man hört immer wieder von Postkarten, die zig Jahre zu spät ankommen und auf einen ähnlichen Fauxpass der deutschen Post habe ich zunächst auch spekuliert, als diese Platte in der Redaktion anflatterte. Immerhin hat das “Teufelswerk” des ehemaligen Posterboys der Technoszene schon geschlagene 2 Jahre auf dem Buckel. Jetzt also die House-Remixes mit beachtlichem Potential. Axel Boman verwandelt “The Angst” in ein schimmerndes Diskostück und Solomun bringt seinen Trademark-Sound auf der “Day”-Seite zum Tragen. Hells alter Wegbegleiter Peter Kruder remixt “Germania” und bringt die verloren geglaubte Kuhglocke mal wieder zum Einsatz. Die Definition von House ist ziemlich weit gefasst und genau das macht diese Platte so interessant. Das Warten auf diese Postkarte hat sich gelohnt.

Daniel Penk! Peng!

DJ Hell – The Angst (Tony Lionni Remix) Snippet by GigoloRecords

DJ Hell – Germania (Peter Kruder Remix) Snippet by GigoloRecords

DJ Hell – Germania (Solomun Remix) Snippet by GigoloRecords

DJ Hell – Wonderland (Fabrice Lig Remix) Snippet by GigoloRecords

Listen to… Heidi presents The Jackathon

Artist: Various Artists
Title: Compilation: Heidi presents The Jackathon
Label: Get Physical

House, House and more fucking House. Neben der Aussicht auf freudetrunkene Touristinnen, ist Heidi’s regelmäßige Jackathon Party wohl das schlüssigste Argument mal wieder ins Watergate zu gehen. Der hedonistische Housesound mit Oldschool Referenzen kickt einfach immer noch und erhält in dieser feinen Compilation eine würdige Huldigung. Fast alle Tracks wurden eigens dafür von Artists wie Soul Clap, Mathias Kaden oder Steve Bug produziert. Der Mix gibt die Essenz von dem was diese Partys ausmacht. Punktgenaue Grooves und der deepe Spirit Chicagos. Die Hände in der Luft und der ganze Körper in Bewegung. Derrick Carters Stimme heizt die siedende Atmosphäre zudem stetig, mit den altbekannten und immer noch wahren House-Weisheiten an. This is our house.

Daniel Penk! Peng!

Heidi Presents The Jackathon: by Get Physical Music

Listen to… Ben Westbeech

Artist: Ben Westbeech
Title: There’s More To Life Than This
Label: Strictly Rhythm

Zeit im Überfluss, der Trugschluss einer verträumten Jugend und immer wieder diese Musik, den Gedankenfluss entfachend, die Gefühle von ihren Zwängen befreiend. Musik als Prozess, der Zeit braucht, um den Erwartungen gerecht zu werden. Fünf Jahre hat der Londoner Sänger, Produzent und DJ Ben Westbeech für sein zweites Album gebraucht. Nach polyrhythmischem Klangdebüt auf Gilles Petersons Brownsville Recordings, Seelendürre. Von Stilreichtum zu stiller Krise. Fünf Jahre gefühlt und gefüllt. Ohnmacht in Orientierungslosigkeit. Der Griff zu Hilfsmitteln leuchtet ein. Ein Licht im postdebütären Dunkel. Eine Erscheinung in Form von Strictly Rhythm und ein Produzenten-Lineup, das sich wie ein feierlicher Festival-Roster liest. Internationale Soundkompitenz und erstaunliche Pop-Potenz in hochtrabender House-Manier. Motor City Drum Ensemble, Lovebirds, Henrik Schwarz, Soul Clap, George Levin, Chocolate Puma, Rasmus Faber und Redlight. Berlin, New York, London, Bristol, München, Stockholm, Stuttgart. Um die Welt in – nagut – fünf Jahren. Muße braucht Zeit. Und Zeit braucht Muse, äh Musik.

Lev Nordstrom

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Listen to… The Field


Wer in der Provinz aufgewachsen ist, für den war der EMP-Katalog nicht nur Mailorder für Metal-Devotionalien jeglicher Art, sondern stets auch ein Stück Lebenshilfe zur bisweilen prekären Orientierung zwischen Bandshirts, Moped, verregneten Nachmittagen und Dorfdisko. In der Musikabteilung jenes EMP-Katalogs gab es damals die wunderbare und unbedingt sinnvolle Unterscheidung zwischen „Normalo“ und „Brutalo“, in die alle Bands, analog zu ihrem Härte- und Geilheitsgrad, binär rubrizierbar waren. Weitet man diese Unterscheidung auf elektronische Musik aus, so scheint Schweden auf der „Brutalo“-Skala dunkelrot aufzuleuchten. Beyer, Lekebusch, Mull, die Namen sind bekannt, die Bandagen hart und funktional. Als wohl interessanteste Ausnahme vom nordischen Geklöppel der üblichen Verdächtigen empfiehlt sich seit seiner ersten EP auf Kompakt (2005) Axel Willner aka The Field. Sein neues Album „Looping State Of Mind“ ist – nomen est omen – voll von subtil verstrahlten Loops, deren kunstvoll verdichtetes Layering den Eindruck erzeugt, hier wandele jemand auf den elektronischen Spuren der legendären britischen Shoegaze-Combo My Bloody Valentine. Wo der Vorgänger „Yesterday und Today“ etwas zu oft in wohlklingend redundantes Fahrwasser geriet, macht Willner hier alles richtig: Präzise zerhackte Stringflächen, effektive Breaks, dazu eine druckvolle und zugleich einlullende Bassdrum. Vor allem jedoch: Atmosphärische Dichte im Cinemascope-Format. Das geschickt arrangierte Schichtgewitter besteht aus raumgreifenden Ambient-Fragmenten (Willner kam dank einer Aphex-Twin-Erleuchtung vom Indierock auf elektronische Pfade) und klassischen Techno-Patterns sowie einem Hauch von Acid. Diese Mischung erzeugt auf „Looping State Of Mind“ einen Grad höchster Verdichtung, der jedoch niemals zu dick aufgetragen ist, sondern stets fein austariert zwischen fragiler Euphorie und Melancholie oszilliert.

Posted: September 27th, 2011
Categories: Sounds
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Listen to… Ralph Myerz

Artist: Ralph Myerz
Title: Outrun
Label: Klik Records

An bisherigen musikalischen Eindrücken gemessen ist das neue Solo-Album Outrun von Ralph Myerz, alias Erlend Sellevold aus Bergen, eigentlich eine der Neu-Veröffentlichungen, auf die man sich freut. Die Enttäuschung ist daher groß, sich mit ganz anderen Dimensionen von Produktion weit unter Potenzial konfrontiert zu sehen – vom Cover mal abgesehen, das noch mieser ist, als die Musik auf der Scheibe. Eigentlich ein begnadeter Produzent scheint Myerz auf Outrun einmal alle Effekte ausprobieren zu wollen, die einen guten Disco Beat in synthetisch kitschige, kosmisch ausufernde Vocoder und Keyboard-Katastrophen verwandeln. Soll das Retro sein? Wohl eher Modern Talking. Doch die vorliegende Presseinfo schmückt noch ein zweites Foto, für mich das bessere Album-Cover. Ralph Myerz vor einem coolen amerikanischen Automobil. Lässig steht er davor und stützt sich sanft auf der Motorhaube ab. Seinen Oberkörper schmückt ein schwarzes T-Shirt. Darauf in großen weißen Buchstaben die ohrenscheinliche Einstellung hinter dieser fehlgeleiteten Produktion: CAN BUT WONT. Dann halt nicht.

Lev Nordstrom

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Posted: September 8th, 2011
Categories: Sounds
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Listen to… Jazzanova Coming Home

Artist: Various Artists
Title: Jazzanova Coming Home
Label: Stereo Deluxe

Nichts gegen Urlaub, aber widmen wir uns kurz einmal dem Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. Der Wärme, der Vertrautheit und der Nähe derer, die einem Nahe stehen. Zuhause eben. Ein Begriff, der auch im Musikalischen diverse Interpretationen hervorruft und gewissermaßen künstlerische Kreation im genrefreien Raum voraussetzt. Kein Zuckerschlecken also, ein Klangwerk zusammenzustellen, das sich den eigenen musikalischen Wurzeln widmet. Nach Boozoo Bajou, Nouvelle Vague und DJ Hell hat sich das fünfköpfige Produktions- und DJ Kollektiv Jazzanova dem Thema Coming Home angenommen, ohne die Song-Suppe zu versalzen. Dem Hörer bietet sich ein geschmacklich raffiniertes und durchaus bewohnbares Interieur. Kabinettstücke aus Rare Grooves, Jazz, Folk, Kraut-Elektronik, Disco, Bossa Nova, Hip Hop, Broken Beats und souligem Songwriting. Bärenfell fürs Trommelfell. Platten und Produktions-Pingpong in den eigenen vier Wänden. Klänge, die der Jazzanovaner gerne zu Hause hört. Rein in die Wohnung, ran an die Stereoanlage, rauf aufs Sofa. Und darüber, schön eingerahmt: Jazzanova Sweet Jazzanova.

Lev Nordstrom

Arthur Russell “That’s Us / Wild Combination”

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Posted: September 6th, 2011
Categories: Sounds
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