Facebook says_
„THANK YOU FOR THE MUSIC. “

#15 Last Word von Sophie Senoner

Wir sind gegen Glatteis und für natürliche Aphrodisika in Berlin und schätzen uns glücklich, dass wir nicht am Meer liegen, weil hier sonst nur noch Touris wären. We got definitely the love und den- noch fällt uns Großstadtpinklern auf, dass plötzlich jede Menge schöne Menschen in Berlin leben, die sich den Winter über wohl versteckt hatten. Oder einfach noch in Stuttgart waren. Aber wir beten, wenn schon alle nach Berlin kommen, dann sollten sie es bis zum bitteren Ende der After Hour ausnutzen, Glitzer ziehen und Raves organisieren und vielleicht schwarz umrandete Brillen ohne Dioptrin tragen. Der Mensch als Marke. Danke, Mitte!

Für mehr Echtes, weniger Falsches in Lebensmitteln und sowieso. Für wahre Prominenz und gegen Kiezveteranen. Wer auch nur überlegt, sich Langenscheidts Berlinerisch-Deutsch zu kaufen, braucht’s hier gar nicht erst zu versuchen. Man hört, dass sogar Leipzig gerade cooler ist als Berlin, was nämlich genauso out wird, wie Pink und Glitzer und wie alles, wenn man es zu ernst nimmt. Und Buenos Aires ist in 10 Jahren noch nicht wie hier, weil auch ohne Hundekacke.

1994 waren wir vielleicht sieben Jahre und wollten nichts anderes als Lipgloss mit Cola-Geschmack und vielleicht noch ein Wasserbett, aber plötzlich fühle auch ich Grunge und wir sind alle für Nirvana, weil das heisst Loslassen von allen an einer Welt haftenden Bedingungen und deswegen hauen wir uns voll zu, ausser diejenigen Jungs, die bis sie 16 waren zuviel gekifft haben, und jetzt ganz darauf verzichten müssen. Aber irgendwie sind sie immer noch auf 90er Hip-Hop hängen geblieben und ihre Hosen sind peinlich weit und deswegen könnten sie auch weitermachen, denn, nein Jungs, es reicht nicht sich nur innerhalb der Schuhe modisch auszudrücken. Und ich weiss auch nicht, kommt mit den 90ern Doppel D als Trend wieder?

Und dass ich immer Jungs schreibe und nicht Männer gibt uns allen zu denken. Manche Mädchen meinen, dass alle Männer über dreißig jeglichen Respekt vor ihren jüngeren Sexualpartnern verloren haben- die Midlifecrisis wurde vorgelagert und findet sich nun meistens zwischen 25 und 35. Für mehr Liebe und weniger Triebbefriedigung.

Lassen wir den Sommer rein, verlieben wir uns pflichtbewusst und hypen unsere Sommersprossen. Wir sind doch alle Mädchen, die sich Blumenkränze in die Haare flechten und auch Kosmetik verwenden, die man an Tieren testete. Für Hochzeiten ohne Schuhe! Das Gewichtsproblem der Mädchen gleicht dem des Peniskomplexes der Jungen, nur dass die dafür keine Plattform haben.

Können einschlägige Zeitschriften bitte aufhören meinen Körper in Apfel und Birnetypen einzuteilen? Ich wünsche meinem Ex seine nächste als Sellerietyp. Und dass vogue.de sich schämt für seine Seite. Weniger Festhalten am Alten und trotzdem Worte nicht vergessen. Schon mal darüber nachgedacht, dass das Absurde beim Haare entwachsen doch ist, dass man mindestens eine Woche die Haare wachsen lassen muss, ehe sie lang genug sind um wieder gewachst werden zu können? Wer hat Rothaarigen eigentlich erzählt ihnen würde die Farbe Lila stehen? Gegen die Verschlingung im Zwischenmenschlichen und für die klare Einfachheit von echter Freundschaft.

Wie definiert man den Unterschied zwischen Toffee und Kaubonbon? Und wenn Madonna als Trendsetterin vorgibt, dass ältere Frauen 19-jährige Liebhaber haben, heisst das für mich, dass ich mich an die kleinen Brüder meiner Freundinnen ranmachen muss, oder haben wir nun einfach unsere Mütter als Konkurrenz? Traue keinem Mädchen, dass mit 10 cm Absätzen feiern geht und vielleicht sollten wir alle mehr mit den Händen essen. Und kann Hermine Granger bitte aus der Burberry-Werbung weggehen?

Sophie Senoner und Laura Helena Wurth